HAUS DES GUTSVERWALTERS
Dieses Gebäude war ursprünglich einmal das erste Haus des Gutsverwalters.
Ganz zu Anfang jedoch, noch zur Zeit der Orangenpflanzungen, diente es als Lagerhaus und wurde erst später für den Verwalter der Quinta umgebaut.
Für den oder die Arbeiter, die dort übernachten mussten, wurden einige Orangenkisten als improvisierte Betten zusammengestellt. So entstand das erste Zimmer, dessen Fenster zur Straße hin eigentlich eine Türe ist, erkennbar an der Art der verwendeten Steine und der Bauweise. Durch diese Türe konnten die Früchte direkt auf die Straße abgeladen werden, wobei aus Sicherheitsgründen ein abnehmbares Geländer angebracht wurde.
In diesem Teil des Hauses erkennen wir schlichte Formen, wie die handwerklich gearbeiteten Zwischenwände und die Holzverkleidung (Arbeitshaus), und wir finden die Geräte, die damals hier verwendet wurden und verblieben.
Im Laufe der Geschichte der Quinta erfuhr das Gebäude weitere Veränderungen, insbesondere um die Wohnbedingungen für den Gutsherrn zu verbessern, wenn dieser sich für ein paar Tage auf sein Landhaus zurückziehen wollte. Aus dieser Umbauphase fällt einem sofort ein Zimmer mit sorgfältiger ausgearbeiteten, aber nicht sehr wertvollen Möbeln auf. Es handelt sich hierbei um nicht mehr benötigte Stücke aus dem Stadthaus des Gutsherrn, die dieser in sein Landhaus geschickt hatte, um es dort im Urlaub bequem zu haben. Auch die Trennwände und die Isolierung lassen größere Sorgfalt erkennen.
So entstand nach und nach das Wohnhaus des Gutsverwalters. Als das Interesse an der Orangenproduktion erlosch, erwarb er das Haus und wurde selbst ein kleiner selbständiger Landwirt. Er stellte die Produktion der Quinta auf Ackerbau und Viehzucht um und lebte vom Konsum seiner Produkte und dem Verkauf des Überschusses.
Einige der Innenwände waren früher einmal Außenwände, die bei den baulichen Erweiterungen für den Gutsbesitzer und, nach dem Verkauf des Hauses, für die wachsende Familie des Gutsverwalters in das Gebäude integriert worden waren. Diese Spuren veranlassten uns dazu, alle Wohnräume, die zum Verständnis der Geschichte des Hauses beitragen konnten, wieder an ihren früheren Zustand anzupassen. Bei genauerer Betrachtung ist das Haus in dieser Form nun sogar besser geeignet für seinen heutigen Zweck.
Um den Bedürfnissen seiner wachsenden Familie im Laufe der Generationen gerecht zu werden, fertigte der neue Besitzer eine ganze Reihe von Geräten an. Er baute seinen Backofen selbst, seine Küche und einen kleinen Abstellraum – die heutige Speisekammer –, indem er einen Höhenunterschied im Gelände nutzte. So sicherte er sich und seiner Familie das Überleben an einem Ort, der ihm oft mehr Feind als Freund war.
In der Tat handelt es sich hier um ein authentisches Landhaus mit umfangreicher Geschichte, die die Idee des Turismus im traditionellen, ländlichen Raum (Turismo Rural) vollständig umfasst.
Es versteht sich von selbst, dass Teile dieses Hauses nun nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck dienen, sondern dass sie für die Bequemlichkeit der hier verweilenden Gäste neue Funktionen übernommen haben. Die Aufteilung der Räume wurde jedoch unverändert beibehalten und basiert auf den gefundenen Spuren.
Alle modernen Geräte wurden so integriert, dass sie das Konzept der sichtbaren historischen Entwicklung des Hauses nicht stören, dennoch sind sie ein Hinweis auf die neuzeitliche Entwicklung, die die neuen Bedürfnisse nach Komfort, Hygiene und Wohlergehen erfüllt. Das Angebot umfasst derzeitig drei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, eine traditionelle Küche, eine weitere, komplett ausgestattete Küche, einen Gemeinschaftsraum (mit Schlafsofa), einen Garten (Mini-Ökogarten) und den Zugang zu allen Angeboten der Quinta do Martelo.
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